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Eine Woche mit „Königin Gisela“

Wie viel kann aus einer einzigen Geschichte entstehen? In unserer Literaturwoche vom 17. bis 21. November 2025 stand das Bilderbuch „Königin Gisela“ von Nikolaus Heidelbach im Mittelpunkt. Die Kinder begegneten dem Buch im Unterricht und arbeiteten über mehrere Tage an einem gemeinsamen Thema.

Die Geschichte beginnt mit einem Mädchen, das im Urlaub jeden Abend von seinem Vater eine Fortsetzung erzählt bekommt. Darin strandet Gisela nach einem Schiffsunglück auf einer Insel. Die dort lebenden Erdmännchen nehmen sie freundlich auf und versorgen sie. Doch Gisela verlangt immer mehr und lässt sich schließlich wie eine Königin behandeln. Was zunächst wie ein Abenteuer klingt, wirft Fragen nach Macht, Rücksicht und dem Umgang miteinander auf. Auch die Bilder lassen Raum für eigene Beobachtungen und unterschiedliche Deutungen.

Gerade deshalb eignete sich „Königin Gisela“ als gemeinsamer Ausgangspunkt für eine ganze Projektwoche. Eine Geschichte lässt sich lesen, nacherzählen und aus der Sicht verschiedener Figuren betrachten. Ihre Bilder laden zum genauen Hinsehen und eigenen Gestalten ein. Die Insel weckt Fragen zu Lebensräumen und zum Zusammenleben; Giselas Verhalten bietet Gesprächsstoff über Wünsche, Regeln, Verantwortung und Fairness. So können Deutsch, Kunst, Sachunterricht und soziales Lernen an dasselbe Thema anknüpfen, ohne dass alle Kinder auf die gleiche Weise daran arbeiten müssen.

Für die Literaturwoche hatten wir auch den Schultag anders organisiert. In den ersten vier Stunden arbeiteten die Klassen in einem zusammenhängenden, themenbezogenen Unterrichtsblock. Das gab Zeit, Gedanken weiterzuverfolgen und Aufgaben nicht nach jeder Stunde abbrechen zu müssen. Anschließend übernahm die OGS die Kinder und griff das Thema Lesen später am Tag in Kleingruppen auf. Die üblichen Lernzeiten fanden in dieser Woche nicht statt.

Parallel dazu trafen sich die Lehrkräfte täglich zur Reflexion, zum Austausch und zur Weiterbildung. Welche Arbeitsweisen hatten die Kinder besonders angesprochen? Wo brauchten sie andere Zugänge oder mehr Zeit? Die Erfahrungen aus dem projektorientierten Unterricht konnten unmittelbar besprochen und für die nächsten Tage genutzt werden. Der feste Themenbezug half uns dabei, neue Methoden nicht nur einzeln auszuprobieren, sondern gemeinsam über die Weiterentwicklung unseres Unterrichts nachzudenken.

Der Präsentationstag am Samstag war ein besonders gelungener Abschluss. Die Kinder zeigten ihren Familien, womit sie sich in der Woche beschäftigt hatten. Nach einem gemeinsamen Programm in der Mensa konnten die Besucherinnen und Besucher in den Klassenräumen Angebote wahrnehmen und die entstandenen Materialien ansehen. Es war schön zu erleben, wie stolz die Kinder ihre Arbeit vorstellten und wie aufmerksam Eltern, Lehrkräfte und weitere Mitarbeitende ihnen begegneten.

Dieser Tag machte das Miteinander unserer Schulgemeinschaft besonders deutlich: Kinder, Eltern, Lehrkräfte und OGS hatten auf unterschiedliche Weise zu der Woche beigetragen. Die Literaturwoche bot damit nicht nur Zeit für ein Buch und die Ideen der Kinder, sondern auch für gemeinsames Lernen und für die Weiterentwicklung unserer Arbeit als Schule.

Breda:
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